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Publizieren in der Wissenschaft

Autor: Sarah-Mai Dang (Seite 2 von 4)

Im Fahrstuhl zur Erkenntnis? Oder: Das Dilemma von Wissenschaftskommunikation

In ein paar Sätzen das postdramatische Literaturtheater eines französischen Autors vorstellen? Eben mal die Funktionsweise von Serialität und Wiederholung im Pornofilm erläutern? Den Unterschied zwischen ästhetischer und sozialer Erfahrung kurz auf den Punkt bringen?

Heute scheint es nicht mehr auszureichen, wenn Wissenschaftlerinnen lehren, forschen und publizieren. Neben Drittmittelanträgen für „Spitzenforschung“ und internationalen Kooperationen muss man zudem noch auf allen Social Media-Plattformen präsent sein und Ergebnisse öffentlichkeitswirksam vorführen. Dabei gilt hauptsächlich eines: Die Forschung muss verständlich sein. Am besten innerhalb einer Minute. Wie im sogenannten Elevator Pitch.

Der Elevator Pitch und Wissenschaftsevents
Ein Elevator Pitch dient in erster Linie der Präsentation der eigenen Person. Er soll verkaufen, dem Gegenüber den Nutzen eines Vorhabens verdeutlichen und für eine Sache interessieren. Deshalb muss der Pitch vor allem emotional ansprechen.

Zunehmend bedienen auch Wissenschaftlerinnen sich solch einer Vermittlungsform, in Science Slams, Science Notes  oder TED Talks.

Gegen unterhaltsame Präsentationen ist nichts einzuwenden. Gegen ein wachsendes Bewusstsein für den Zugang zu und die Verbreitung von Wissen erst recht nicht (Stichwort „Open Access“). Doch welchen Nutzen, welchen Sinn und Zweck haben Wissenschaftsevents und was wird eigentlich warum präsentiert? Was erfahren Menschen dort?

„What is it that the TED audience hopes to get from this?“, möchte auch der Kunst- und Philosophie-Professor Benjamin Bratton im Guardian wissen. Bratton gibt zu, dass die Talks ihn zwar amüsieren, doch dass er sofort wieder vergisst, worum es ging. Der Wissenschaftsjournalist Martin F. Robbins kritisiert im New Statesman, dass TED Talks nicht dazu dienten, Ideen vorzustellen und zu reflektieren, sondern dazu, „to make people feel good about themselves; to flatter them and make them feel clever and knowledgeable“.

Ich selbst habe mir zahlreiche TED Talks angesehen und bin von den Themen angetan und der Redekunst fasziniert. Und vor kurzem habe ich in diesem Blog auf einen großartigen Auftritt der Künstlerin Amanda Palmer verlinkt. Dennoch stellt sich auch mir die Frage, was bleibt wirklich hängen von den schillernden Präsentationen, den „ideas worth spreading“?

Wissenschaft und Gesellschaft
Laut des Wissenschaftsbarometers 2016, das im Auftrag der Organisation Wissenschaft im Dialog erstellt wurde, interessieren sich immer mehr Menschen in Deutschland für „wissenschaftliche Themen“, nämlich 41% der rund 1000 Befragten (im Unterschied zu 36% und 31% in den beiden Vorjahren). Ebenso viele finden allerdings, dass Wissenschaftler sich zu wenig darum bemühen, die Öffentlichkeit über ihre Arbeit zu informieren.

Aber was genau möchten die Befragten denn wissen? Handelt es sich bei der Forderung nach mehr Öffentlichkeit um eine allgemeine Kritik am akademischen Elfenbeinturm? Oder geht es tatsächlich um ein konkretes Interesse an Forschung?

Inwiefern Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen sich besonders schwer tun, ihre Erkenntnisse einem breiten Publikum zu vermitteln, warum sie weniger als Naturwissenschaftlerinnen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und ob sie Medien eher meiden, wurde vergangene Woche beim Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation 2.0. diskutiert. Es wurde argumentiert, dass Texte sich eben schwerer als Experimente präsentieren ließen und dass Geisteswissenschaften weniger „anwendungsbezogen“ und damit weniger öffentlichkeitswirksam seien.

In der Diskussion wurde ein grundlegendes Dilemma von Wissenschaftskommunikation deutlich: dass die Komplexität von Erkenntnissen stark reduziert werden muss, um diese einem breiten Publikum verständlich zu machen. Dabei läuft man zwangsläufig Gefahr, Widersprüche und Ambiguitäten auszublenden. Begriffsgeschichten verschwinden hinter eingängigen Schlagworten.

Gleichzeitig hat der Kunstwissenschaftler Daniel Hornuff recht, wenn er in der FAZ schreibt: „Was nicht zur Aufführung gebracht wird, kann nicht verhandelt werden. Sich ungewohnten Ausdrucksformen zu verschließen, bedeutet also auch, das Streiten zu unterbinden.“ Geisteswissenschaftler sollten, so Hornuff, die Skepsis gegenüber den Medien hinter sich lassen und zu „Profis der Skepsis“ werden.

Allerdings darf man nicht übersehen, dass Wissenschaftler sich mehr und mehr darum bemühen, ihre Arbeit über Blogs, Twitter und Facebook – oder auf Wissenschaftsevents – sichtbarer und zugänglicher zu machen. Ebenso bedienen sich nun auch deutsche Universitäten zunehmend sozialer Medien, um für sich zu werben und sich nach außen hin zu öffnen, wie Anna-Lena Scholz im Tagesspiegel beschreibt.

Wissenschaftler sind keine Unternehmer
Einerseits sind die steigende Nutzung digitaler Vermittlungsmöglichkeiten und das verstärkte Interesse an Forschung erfreulich. Andererseits wächst mit der allgemeinen Forderung nach mehr Öffentlichkeit auch der ohnehin große Druck auf Wissenschaftlerinnen, ihre Tätigkeit zu legitimieren und sich inmitten all der „praktischen“ Berufe zu behaupten. Dass man sich mit einer Promotion oder gar einer Habilitation bereits als Wissenschaftlerin qualifiziert hat (und damit guten Gewissens forschen und öffentliche Gelder beziehen dürfen sollte), darf in der Diskussion um (mehr) Wissenschaftskommunikation nicht in Vergessenheit geraten.

Ob eine Forschungsfrage auf Anhieb verständlich ist und Ergebnisse sich hübsch verpacken lassen, gibt nämlich keinerlei Auskunft über die Sinnhaftigkeit eines Projekts. Und schon gar nicht über dessen Nutzen. Daher ist fraglich, ob der Elevator Pitch zur Darstellung wissenschaftlicher Arbeit taugt. In ihm zeigen sich höchstens die Präsentations- und Verkaufsqualitäten der Vortragenden. Doch Wissenschaftler sind keine Wissenschaftsjournalisten. Und erst recht keine Unternehmer.

Verlage stehen im Dienste der AutorInnen. Oder: Warum ich mich für einen Selfpublishing-Verlag entschieden habe

Textproduktion ist harte Arbeit. Und ist diese erledigt, möchten WissenschaftlerInnen oftmals nichts mehr damit zu tun haben. Unter welchen Bedingungen der Text dann veröffentlicht wird, spielt so gut wie keine Rolle, geschweige denn irgendwelche Vertragsklauseln. Auch nicht, wenn die Dissertation nach Jahren des Denkens, Recherchierens und Schreibens endlich abgeschlossen ist. Es ist verständlich, dass WissenschaftlerInnen sich neben Lehre, Forschung, Drittmittelanträgen, Vorträgen und eben der Textproduktion und deren Publikation nicht auch noch um die Verhandlung der Publikationsbedingungen mit Verlagen kümmern wollen. (Doch wofür zermartert man sich jahrelang den Kopf, durchforstet Wälder von Artikeln und Büchern und schreibt sich die Finger wund?) Ist die Textproduktion endlich abgeschlossen, besteht der letzte Schritt dann in der Regel darin, einen Verlag mit möglichst hohem Ansehen – oder mit dem günstigsten Angebot – zu finden, der bereit ist, die Arbeit (gegen eine Gebühr) zu veröffentlichen.

Als ich den Vertrag des gewünschten Verlags in der Hand hielt, wurde mir jedoch bewusst, dass die Unterzeichnung des Vertrags doch nicht der allerletzte Schritt des Publikationsprozesses sein würde. Denn dass der Verlag das „ausschließliche Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung“ sowie die „ausschließlichen Nebenrechte“ (u.a. zum teilweisen Vorabdruck und Nachdruck, zur Vergabe von Lizenzen, zur Übersetzung in andere Sprachen und zur Verfilmung und Vertonung des Werks bekommen sollte), machte mich stutzig. Aus Sicht des Verlags leuchteten mir die Paragraphen zur unbeschränkten Rechteeinräumung zwar ein, schließlich verpflichtete dieser sich dazu, „das Werk zu vervielfältigen, zu verbreiten und dafür angemessen zu werben“, wofür ein gewisser Spielraum notwendig ist, doch warum sollte ich die ausschließlichen Verwertungs- und Nutzungsrechte an den Verlag übertragen? Noch dazu, wenn ich als Autorin weder am Absatz noch an der Verwertung der Nebenrechte beteiligt worden wäre bzw. werden darf. (Als drittmittelfinanzierte Mitarbeiterin hätte ich zwar einen Druckkostenzuschuss vom Forschungsprojekt bekommen, aber im Gegenzug dazu nichts an der Veröffentlichung verdienen dürfen, da meine Forschung durch „öffentliche Mittel“ gefördert wurde – was auch in der Auslegung des nach wie vor umstrittenen Zweitveröffentlichungsrecht bzw. Zweitverwertungsrechts entscheidend ist).

Mit meiner Dissertation Geld zu verdienen, war und ist allerdings ohnehin nicht mein Ziel. Mir ging und geht es vor allem um die möglichst große Verbreitung der Forschungsergebnisse. Die Einräumung des ausschließlichen Verwertungs- und Nutzungsrechts schränkt die Verbreitung ein. Sie verbietet zum Beispiel selbst eine nicht-kommerzielle Zweitveröffentlichung auf dem universitären Dokumentenserver. Open Access-Repositorien schlagen deshalb vor, einen entsprechenden Passus in den Verlagsvertrag aufzunehmen, sodass zumindest die jeweilige Institution (gegebenenfalls nach einer bestimmten Sperrfrist) das Recht hat, die Arbeit der Öffentlichkeit über den Dokumentenserver oder sonstiger Form frei zugänglich zu machen.

Dass Verlage sich weigern, diesen Passus in den Vertrag mit der Autorin aufzunehmen, ist verständlich, schließlich konkurriert die frei zugängliche Onlinefassung mit dem zu erwerbenden Buch. Allerdings ist der Einwand „größere Verbreitung = besseres Marketing = höhere, zumindest gleichbleibende Absatzzahlen“ ebenfalls berechtigt, wie Jeroen Sondervan von der Amsterdam University Press (die Mitglied im Open Access-Verbund OAPEN Library ist) auf einem Verlagspanel der Post-Digital Scholar Conference erklärt.

Wie aber lassen sich die Wünsche von Autorin und Verlag vereinbaren? Welches Verhältnis besteht überhaupt zwischen UrheberInnen und VerwerterInnen? Zwar geht es sowohl dem Verlag als auch der Wissenschaftlerin um die größtmögliche Verbreitung eines Werkes, doch aus verschiedenen Gründen. Für den Verlag sind Absatzzahlen entscheidend, für die Autorin Rezensionen und Verweise. Bei einer Beteiligung von 0-5% am Gewinn von durchschnittlich 150-300 verkauften Büchern rechnen WissenschaftlerInnen ohnehin nicht mit einer hohen Provision und schon gar nicht mit einem Honorar. Eher kalkulieren sie mit der jährlichen Ausschüttung der Verwertungsgesellschaft Wort, die für die Veröffentlichung einer (gedruckten) Monographie einmalig etwa 800 Euro auszahlt.

Die VG Wort verwaltet die Einnahmen aus Urheberrechten, die aus der Einräumung des Vervielfältigungsrechts zum privaten Gebrauch hervorgehen, zum Beispiel Reprographieabgaben, die man beim Kauf eines Druckers oder Scanners zahlt, oder Bibliothekstantiemen. Jüngst ist die Verwertungsgesellschaft durch ein BGH-Urteil zur Verteilungspraxis in die Schlagzeilen geraten. Dem Urteil nach stehen allein den AutorInnen die Einnahmen zu, denn sie sind die UrheberInnen der Werke – und nicht die VerlegerInnen. Bisher hatte die VG Wort die Einnahmen zu gleichen Teilen an AutorInnen und Wissenschaftsverlage (in der Belletristik bekamen die Verlage 30% der Abgaben) ausgeschüttet und damit jahrelang rechtswidrig gehandelt. Nun hoffen Verlage auf ein Leistungsschutzrecht auf europäischer Ebene – absurderweise, wie Stefan Niggemeier erklärt.

„Verlage sind keine Urheber“, schreibt Julia Franck in der ZEIT. „Sie verdienen am ‚gedruckten‘ Wort, nicht am erdachten.“ Selbstverständlich sollen Verlage durch ihre verlegerische Leistung Geld verdienen. Doch worin besteht diese Leistung, wenn ich als Autorin selbst bei einem renommierten und profitablen Wissenschaftsverlag wie Palgrave Macmillan (wo die englische Übersetzung meiner Dissertation erscheint) Vorschläge zur Covergestaltung einreichen und ein sechsseitiges Marketingformular ausfüllen muss? Worin besteht die wirtschaftliche, technologische und organisatorische Leistung des Verlags, wenn ein druckfertiges Manuskript (aufgeteilt in einzelne Kapitel zwecks „eBook“-Vermarktung, sprich PDF-Verkauf) samt Rezensionsliste vorzulegen ist?

Die Suche nach einem geeigneten Verlag hat mich letztendlich dazu gebracht, die Dissertation selbst, d.h. bei dem Selfpublishing-Verlag tredition zu veröffentlichen. Für ein Print-on-Demand-Buch muss ich keinen „Druckkostenzuschuss“ zahlen. Stattdessen berechnet der Verlag eine Servicegebühr von 150 Euro für Vertrieb und ISBN-Vergabe. Oder verlangt eine Mindestabnahme von 35 Büchern. Das Buch erscheint im Verzeichnis der Deutschen Nationalbibliothek. Den Verkaufspreis kann man selbst festlegen, je nachdem wie hoch die Provision ausfallen soll. Und vor allem: Der Verlag erhält die nicht ausschließlichen Verwertungsrechte, d.h. „der Rechteinhaber bleibt berechtigt, das Werk selbst und durch Dritte neben tredition zu verwerten.“

Ob das Selfpublishing – sei es über einen Selfpublishing-Verlag, Blogs, Institutsseiten, persönliche Websites oder Fachrepositorien – die Zukunft wissenschaftlichen Publizierens ist, lässt sich schwer sagen. Noch greifen die meisten WissenschaftlerInnen auf herkömmliche Publikationsformate zurück und veröffentlichen traditionell bei einem Verlag. Fest steht allerdings, dass Verlage auch im Zuge des digitalen Wandels einen Mehrwert bieten müssen, damit sich AutorInnen gerne für eine Zusammenarbeit entscheiden. Verlage stehen im Dienste der AutorInnen. Ohne sie gäbe es keine Verlage.

Elsevier kauft Preprint-Server SSRN – und wird zum Datenkönig

Das Social Science Research Network (SSRN) ist eines der größten Open Access-Repositorien weltweit. Dass ausgerechnet Verlagsgigant Elsevier diese Plattform jetzt aufgekauft hat, verdeutlicht, dass „offenen“, „kostenfreien“, jedoch profitorientierten Plattformen wie Academia.edu oder ResearchGate mit größter Skepsis zu begegnen ist. Versprechen auf größtmögliche Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen und uneingeschränkten Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten verdecken langfristige Ziele und Geschäftsmodelle der Unternehmen, die hinter den Plattformen stehen. Anders als Wissenschaftsverlage, die von den AutorInnen ein article processing charge (APC) verlangen, um Inhalte kostenfrei zugänglich zu machen und trotzdem daran zu verdienen, geht es privatwirtschaftlichen Publikationsplattformen um Daten. Es geht um Daten, die besagen, welche Artikel wo welchen Impact haben. Es geht um Nutzerprofile und Nutzerverhalten. Wie und zu welchem Zwecke diese Informationen genutzt werden (Werbung, Datenhandel, Überwachung) ist unklar. Genauso unklar ist, welche Daten überhaupt generiert werden und wie.

„Academia.edu has a parastical relationship to the public education system, in that these academics are labouring for it for free to help build its privately-owned for-profit platform by providing the aggregated input, data and attention value“, schreibt Gary Hall, Professor für Medienwissenschaft an der Coventry University, in seinem Post „Does Academia.edu Mean Open Access is Becoming Irrelevant?“. Und weiter: „We can thus see that posting on Academia.edu is not ethically and politically equivalent to making research available using an institutional open access repository at all.“ Kathleen Fitzpatrick, Medienwissenschaftlerin in den Digital Humanities, fügt in ihrem Post „Academia, Not Edu“ hinzu: „Everything what‘s wrong with Facebook is wrong with Academia.edu, at least just up under the surface, and so perhaps we should think twice before committing our professional lives to it“.

Es nichts Neues ist, dass auch wissenschaftliche Datenplattformen ein immer lukrativeres Geschäft versprechen. So kaufte Elsevier 2013 die Forschungsplattform Mendeley für einen Millionenbetrag im höheren zweistelligen Bereich von seinen drei deutschen Gründern ab. Kurz darauf forderte Elsevier in etwa 2.800 Abmahnungen die NutzerInnen des Konkurrenten Academia.edu auf, Artikel, die das Copyright verletzten, von der Plattform zu löschen.

Dennoch hat die Übernahme von SSRN durch Elsevier für große Verunsicherung und Aufregung gesorgt. „It’s like if Monsanto bought out your favorite organic farm co-op“, schreibt Cory Doctorow von Boing Boing. Eine der Hauptsorgen ist, was mit den Artikeln passiert, die auf SSRN gehostet werden. Was passiert etwa, wenn Elsevier den SSRN-Server zumacht, um Universitäten, die ihre Zeitschriftenabonnements von Elsevier aufgrund der enormen Preise und missliebigen Bezugsbedingungen gekündigt haben, dazu zwingen, ihre Kündigung zurückzuziehen, damit sie wieder Zugriff auf (ihre eigenen) Forschungsergebnisse haben?

Vielleicht geht es Elsevier auch darum, seine Monopolstellung gegenüber seiner Konkurrenten Springer und Wiley im wissenschaftlichen Zeitschriftenmarkt zu verteidigen. Doch was der eigentliche Gewinn ist: Daten. Wertvolle – für die NutzerInnen unbekannte, unzugängliche – Daten, die man –  wie den Impact Factor des Medienkonzerns Thomson Reuters – vermarkten kann. Christopher M. Kelty, Professor für Informationswissenschaft an der University of California, erklärt in seinem Beitrag „It’s the Data, Stupid. What Elsevier’s Purchase of SSRN also means“ auf savageminds.org:

SSRN represents better data about the impact of social science research than any single journal, or any publisher‘s data (even Elsevier, with its hundreds of social sciences journals), because it has been built on the good will, apparent neutrality, and level playing field of an open access repository. Until Tuesday May 17, it was not tied to any particular publishing conglomerate or metrics company, and so its data represented social science research with a fidelity to reality that is expensive and hard to otherwise achieve.

Doch bitte jetzt nicht in Schockstarre verfallen! Die Bedeutung dieser Daten – und damit der For-Profit-Plattformen – sinkt, wenn wir die Evaluation von wissenschaftlicher Arbeit anhand von quantitativen Kriterien an sich hinterfragen. Wenn wir die Aussagekraft von Impact Factor, Downloads und Publikationslisten kritisch prüfen. Wenn die Leistung von WissenschaftlerInnen stattdessen anhand von Qualität, Innovation und Engagement bewertet wird.

Es ist höchste Zeit, dass die verschiedenen Disziplinen Alternativen zu Plattformen wie Academia.edu und ResearchGate schaffen und ihre eigenen institutsübergreifenden Non-Profit-Repositorien à la ArXiv.org aufbauen, die durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Fördergelder langfristig finanziert werden. SSRN dient dafür ja jetzt leider nicht mehr als Beispiel…

Digital Humanities – neoliberal oder politisch progressiv?

Die Bedeutung und Konsequenzen der Digital Humanities diskutieren WissenschaftlerInnen in der Los Angeles Review of Books.

Wenn Digital Humanities zum Selbstzweck werden. Ein kritischer Beitrag von Daniel Allington, Sarah Brouillette und David Golumbia.

Daniel Allington, Sarah Brouillette und David Golumbia explain how Digital Humanities plays a lead role in the corporatist restructuring of the humanities.

„What Digital Humanities is not about, despite its explicit claims, is the use of digital or quantitative methodologies to answer research questions in the humanities. It is, instead, about the promotion of project-based learning and lab-based research over reading and writing, the rebranding of insecure campus employment as an empowering ‚alt-ac‘ career choice, and the redefinition of technical expertise as a form (indeed, the superior form) of humanist knowledge.“

Quelle: Neoliberal Tools (and Archives): A Political History of Digital Humanities – Los Angeles Review of Books

Eine lesenswerte Replik haben Juliana Spahr, Richard So, Andrew Piper verfasst. Sie weisen auf das Potenzial der Digital Humanities und auf ihre Vielseitigkeit hin.

„The history the authors provide also risks effacing contributions from individuals in the present – particularly women and persons of color – who work outside of this institutional framework. There is a tremendous amount of new scholarship being produced in DH that seeks to answer significant research questions, and a great deal of this work directly addresses issues related to race, gender, class, and power.“

Quelle: Beyond Resistance: Towards a Future History of Digital Humanities – Los Angeles Review of Books

E-Book-Festival 2016

Bald ist es wieder soweit. Dann findet das E-Book-Festival 2016 statt. Zwei Tage rund ums eBook, mit Barcamp und Lesenacht.

Am 25./26. Juni 2016 in Berlin/Neukölln

„Was nichts kostet, ist nichts wert.“ Oder: Wie kann Open Access eigentlich finanziert werden?

Wenn Texte kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, lassen sie sich nicht mehr verkaufen. Wie aber kann man dann die Produktion von Texten (das Denken, das Schreiben, das Lektorieren, das Korrigieren, die Formatierung, den Satz bzw. die Programmierung) und die Zugänglichkeit zu Texten, die bisher vor allem Bibliotheken gewährleisten, finanzieren?

Bei digitalen Texten halten sich die Kosten für die Bereitstellung im Rahmen. Dank WordPress muss man Websites nicht mehr aufwendig programmieren. Vorlagen kann man entsprechend anpassen, nachdem man sich in die Grundlagen von HTML und CSS reingefuchst hat. Selbst ohne jegliche Programmierkenntnisse kann man einen Blog oder eine persönliche Website aufsetzen. Und auch die Serverkosten sind überschaubar. Finanzieller und persönlicher Aufwand für die Schaffung einer digitalen Infrastruktur sind also überschaubar. Doch die Textproduktion ist nach wie vor ein aufwendiger und mühsamer Prozess, um den man nicht herumkommt. Und der will entlohnt werden. Doch wie, wenn man seine Texte am liebsten kostenfrei zur Verfügung stellen möchte, damit sie möglichst viele lesen können?

In den Geisteswissenschaften rechnen WissenschaftlerInnen ohnehin nicht damit, ein Honorar für ihre Texte zu bekommen. Denn die Texte selbst sind die Währung. Je länger die Publikationsliste, desto größer der Marktwert. Deshalb sind in Deutschland AutorInnen sogar bereit, einem Verlag zwischen 2.000 und 8.000 Euro (je nach Reputation des Verlags) zu bezahlen, damit dieser ihre Monographie veröffentlicht. Wenn ihre Publikation durch einen „Druckkostenzuschuss“ eines Drittmittelprojekts finanziert wird, dürfen sie selbst nichts an dem Buchverkauf verdienen. Eine entsprechende Honorar-Verzichtserklärung muss man dann unterschreiben. Bei einer durchschnittlichen Auflage von 300 Stück pro Dissertation (die man ja in Deutschland veröffentlichen muss, um seine Promotion abzuschließen) stellen die Druckkostenzuschüsse für die Verlage eine wichtige Einnahmequelle dar. Je niedriger der angesetzte Verkaufspreis des Buches ist (in der Regel zwischen 25 und 65 Euro), desto größer die Rolle des Druckkostenzuschusses in der Verlagskalkulation. Darüber hinaus können Verlage mit der Abnahme einer gewissen Menge an Büchern durch Bibliotheken rechnen. Verlage in den USA verkaufen zunächst die erste Auflage, die als Hardcover und damit zu einem höheren Preis von bis zu $100 erscheint, an Bibliotheken, bevor sie eine günstigere Paperback-Version (deren Preis allerdings nicht immer weit unter dem Hardcover-Preis liegt) herausbringen.

Mit diesen Ausführungen möchte ich keinesfalls Stimmung gegen Verlage machen, wie dies manche Open Access-Verfechter tun, sondern schlichtweg darauf aufmerksam machen, wie das wissenschaftliche Publikationswesen funktioniert. Denn gerade im digitalen Zeitalter, wo das Selbstpublizieren ein Kinderspiel geworden ist, gibt es für WissenschaftlerInnen viele Alternativen zum herkömmlichen Publikationssystem, die sie nutzen könnten, wenn sie wollten. Den meisten WissenschaftlerInnen, mit denen ich gesprochen habe, als ich einen digitalen Wissenschaftsverlag gründen wollte, liegt das gedruckte Buch jedoch so sehr am Herzen, dass sie in der digitalen Publikation vor allem eine Abwertung ihrer Arbeit sehen würden. Viele befürchten zudem, dass eine Veröffentlichung bei einem (noch) unbekannten Verlag ihrer Karriere schaden könnte. Vielleicht zu recht. Manche sind grundsätzlich gegen Open Access, da für sie der Grundsatz gilt „Was nichts kostet, ist nichts wert.“ Damit komme ich zum eigentlichen Thema dieses Posts: Wie lässt sich Open Access eigentlich finanzieren?

Wie bereits erwähnt, übernehmen bisher vor allem AutorInnen bzw. die sie fördernden Institutionen die Gebühr für den kostenfreien Zugang, die APC (article processing charge). So muss man zum Beispiel 2.150 Euro bezahlen, um einen Artikel in einer Zeitschrift der britischen Verlagsgruppe Taylor & Francis open access zu stellen und ca. 12.600 Euro, um seine Monographie beim geistes- und sozialwissenschaftlichen Verlag Routledge, der zu Taylor & Francis dazugehört, open access zu veröffentlichen. Das Ziel, diese Gebühren gerecht zu verteilen und nicht allein auf die AutorInnen abzuwälzen, haben sich Projekte wie Knowledge Unlatched und Luminos auf die Fahnen geschrieben. Bei Knowledge Unlatched teilen sich Bibliotheken (die ohnehin die Bücher kaufen würden) die von den Verlagen verlangte Open Access-Gebühr. Luminos, ein Projekt der University of California Press, möchte, dass alle, die von der Publikation profitieren (AutorInnen, Institutionen, Bibliotheken und Verlage) für die Produktion und Verbreitung aufkommen.

Dass auch die LeserInnen für den kostenfreien Zugang bezahlen, scheint ein zu großes Paradox. Doch warum sollen nicht tatsächlich alle, die Nutzen aus den Texten ziehen, dafür bezahlen (können)? Die Musikerin Amanda Palmer bringt es in ihrem TED-Talk „The Art of Asking“ auf den Punkt: „Don‘t make people pay. Let them.“ Nachdem ihr Label sie nicht länger unterstützen wollte, da sie ‚nur‘ 25.000 CDs verkaufte, hat sie für ihre nächste Plattenproduktion eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Diese Aktion brachte ihr $1.192.793 ein – von insgesamt fast 25.000 SpenderInnen. (Danke, Marion Goller, für diesen Hinweis.)

Neben Crowdfunding (wodurch inzwischen ganze Forschungsprojekte unterstützt werden sollen) hat das Internet weitere Finanzierungsmodelle hervorgebracht, die sich auch für die Produktion wissenschaftlicher Texte eignen könnten, z.B. maßgeschneiderte Werbung. Doch viele Menschen stehen Werbung prinzipiell skeptisch gegenüber. Zudem empfinden sie es als starke Beeinträchtigung des Lesegenusses (Stichwort Adblocker), der bei Online-Publikationen ja ohnehin gefährdet scheint. Werbung stellt also nicht die die beste Finanzierungsweise dar, wenn es um wissenschaftliche Texte geht. Da erscheint mir die Möglichkeit des Micropayments, der Bezahlung von Kleinstbeträgen, sinnvoller. Das Problem bei der Nutzung von Online-Inhalten ist meiner Meinung nach weniger die von KulturpessimistInnen verdammte „Umsonstkultur“, sondern der Mangel an unkomplizierten Bezahlmöglichkeiten (neben der durch das DRM eingeschränkten Nutzung versteht sich, doch das ist nicht Thema dieses Posts). Muss man immer wieder seine Kontaktdaten und Kreditkartennummer in Bezahlmasken eingeben, ist das nicht nur zeitaufwendig, sondern auch riskant und heikel. Vielleicht ist dies unter anderem der Grund, warum Matthew Butterick mit seiner tollen Website über Typographie (wie bereits in einem früheren Post erwähnt) trotz eines implementierten Zahlsystems nur 1 von 1000 LeserInnen dazu bringt, eine Überweisung vorzunehmen (ich habe trotzdem eine kleine Summe überwiesen, nicht weil ich musste, sondern weil der Autor mich darum gebeten hat, s. Amanda Palmer).

Der Journalistin Antje Schrupp wäre Werbung viel lieber als das Geld von LeserInnen, müsste sie von ihrem Blog „Aus Liebe zur Freiheit. Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz“ leben. Denn durch Werbung wäre sie freier beim Schreiben als wenn sie in der Schuld ihrer LeserInnen stünde. Letztendlich verdient sie ihren Lebensunterhalt allerdings durch das Vermitteln der Gedanken, die man kostenlos auf ihrem Blog lesen kann. So steigern Publikationen auch ihren Marktwert und damit die Nachfrage nach ihren (bezahlten) Vermittlungstätigkeiten (Vorträge, Podiumsdiskussionen etc.). Nicht zu vergessen sei allerdings die Aufmerksamkeit, die ihr die LeserInnen entgegenbrächten, in Form von Klicks und Kommentaren. Das Lesen sei ja ebenfalls eine Investition, gar ein Geschenk, weil freiwillig.

Um seiner Wertschätzung im Internet Ausdruck zu verleihen, gibt es neben Kommentaren und Verlinkungen, Retweets und Likes auch den Flattr-Button, über den man monatlich eine selbst festgelegte Spendensumme an verschiedene Projekte verteilen kann, und das Bezahlsystem PayPal, das eine relativ einfache Überweisung erlaubt. (Flattr-Gründer Peter Sunde will nun übrigens in Kooperation mit AdBlock Plus ein automatisches Spendensystem implementieren wie der Guardian berichtet.) Der Digitalverlag mikrotext setzt zum Beispiel – wie Zeitungen – aufs Abo, das wiederum bei Zeitschriften wie The Economist im Grunde als Flatrate funktioniert. Ich werde Flattr-Button und PayPal mal ausprobieren, insbesondere letzteres, damit man mein Print-on-demand-Buch einfacher erwerben kann. Selbstverständlich freue auch ich mich über die Wertschätzung meiner Arbeit – in welcher Form auch immer. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

DH Cinema Projects

„Digital Humanities“ ist ein schillernder Begriff und derzeit in aller Munde. Darunter fallen computergestütze Verfahren zur Aufarbeitung und Archivierung von Datensätzen oder zur Präsentation von Forschungsergebnissen ebenso wie die Analyse von digitalen Vorgängen und Objekten. Digital Humanities steht für neue Methoden und Theorien in den Geisteswissenschaften, wenn nicht gar für ein neues Fach, das sich auf Ansätze aus den Software Studies und den Science and Technology Studies stützt.

Wie Digital Humanities-Projekte in den Medienwissenschaften aussehen, haben Marina Hassapopoulou (NYU) und Anne Amanda Moore (Columbia) einer Liste zusammengetragen.

DH Cinema Projects

Die Liste ist Teil des übergeordneten Projektes Transformations I. Cinema & Media Studies Research Meets Digital Humanitites Tools, das sich mit der Frage auseinandersetzt, inwiefern Film- und Medienwissenschaften, die sich per se für neue Technologien (wie damals zum Beispiel dem Kino) interessieren, bereits vor der Entstehung des Begriffs genau das getan haben, was heute Digital Humanities heißt.

Verfügbarkeit vs. Zugänglichkeit vs. Auffindbarkeit

Einen Text online und kostenlos zur Verfügung zu stellen, bedeutet nicht unbedingt, ihn auch zugänglich zu machen. Eine Zugangsbarriere kann der spezifische Sprachgebrauch einer Disziplin sein, eine andere die mangelnde Auffindbarkeit. Texte zu schreiben, erfordert viel Zeit und Energie, sie zu publizieren und zugänglich zu machen, noch viel mehr…

Eine Zusammenfassung von Charlie Rapple,  Co-Founder von Kudos, in Research Information.

Warum ich mich gegen das eBook entschieden habe

Es gibt gute Gründe, eine Dissertation als eBook zu produzieren. eBooks sind gut durchsuchbar, leicht zu archivieren und mobil nutzbar.

Etwa ein Drittel der LeserInnen in Deutschland nutzen mittlerweile auch eBooks. Digitale Bücher machen rund 5% des Umsatzes im Buchhandel aus. Mit Verweis auf die Entwicklung der Bezahlkultur im Internet sagen digitale Optimisten dem eBook ein Marktvolumen von 15-20% in einigen Jahren voraus. Bisher werden mit eBooks allerdings kaum Gewinne erzielt. Digitalverlage verdienen ihr Geld vor allem mit den Druckversionen, die sie zusätzlich zum eBook anbieten. Laut Branchenreport „Verlegen von Büchern“ des Deutsche Sparkassen- und Giroverbands bevorzugen noch rund drei Viertel der LeserInnen in Deutschland insbesondere längere Texte in gedruckter Form. (DSGV, 3/2015)

Die Verkaufsstatistiken waren allerdings nicht der Grund, warum ich mich dagegen entschieden habe, meine Dissertation als eBook zu veröffentlichen. Ausschlaggebend war die mangelnde Kompatibilität. In der Annahme, dass die technologischen Möglichkeiten grenzenlos und die Einbettung von Videos und Bildern bei einem eBook kein Problem sein dürften, sollte meine Arbeit in den gängigen eBook-Formaten mobi (für Kindle) und ePUB (für andere Lesegeräte) veröffentlicht werden. Auf keinen Fall wollte ich einfach ein PDF online stellen, wie es traditionelle Verlage, die sich im digitalen Publizieren versuchen, üblicherweise praktizieren. Neben der Printversion bieten Verlage inzwischen oftmals noch ein PDF als „eBook“ an und verlangen dafür denselben Preis, obwohl das PDF ohnehin als Druckvorlage für das papierne Buch erstellt werden musste. Doch meine Arbeit sollte nicht als quasi-Buch, als statisches Abbild eines Buches erscheinen. Wennschon digital, dann richtig. Die Dissertation sollte in einem responsiven Format, das sich dem jeweiligen Lesegerät anpasst, erscheinen, multimedial und individuell anpassbar. Ich wollte das Potential digitaler Technologien vollkommen ausnutzen.

Doch auf der Electric Book Fair 2015 und in Gesprächen mit Fachleuten wurde ich mit den widrigen Bedingungen der eBook-Produktionen konfrontiert. Die Produktion eines eBooks ist nämlich extrem aufwendig, da alle Formatierungen (Überschriften, Absätze, Textbild etc.) definiert und programmiert werden müssen. Das Verfahren ist mindestens ebenso aufwendig wie die Formatierung von Texten in WORD (#*;;°x@=§!). An WORD muss man sich im Laufe des akademischen Lebens allerdings zwangsläufig gewöhnen, da man als GeisteswissenschaftlerIn leider so gut wie nie die Vorzüge von LaTeX erfährt. Doch selbst wenn man es auf sich nehmen würde, Texte in ePUB zu programmieren bzw. ExpertInnen damit beauftragte, gibt es gute Gründe, sich gegen das eBook zu entscheiden. Das eigentliche Problem ist nämlich die fehlende Standardisierung. So hat man sich unter eBook-ProduzentInnen noch nicht verständigen können, wie digitale Bücher programmiert werden sollen, sodass sie auf jedem Lesegerät funktionieren. Zwar erlaubt ePUB alle möglichen Gestaltungsweisen, doch funktionieren die dann aufwendig produzierten Multimediapublikationen nicht auf allen Lesegeräten. Je nachdem ob es sich um ein Kindle, ein Tolino oder ein Smartphone handelt, lässt sich ein Filmausschnitt mehr oder weniger gut oder gar nicht abspielen. Technisch ist es also kein Problem, schöne eBooks zu gestalten, doch mangelt es an einer kompatiblen Programmierung. Dies treibt auch eBook-ProduzentInnen in den Wahnsinn, wenn es sie nicht gar zu KontrahentInnen digitaler Bücher werden lässt.

Um trotzdem auf die zunehmende Mobilität von WissenschaftlerInnen zu antworten und eine zeitgemäße Präsentation einer Arbeit, die sich auf Filmanalysen stützt, zu ermöglichen, habe ich meine Dissertation nun als Website veröffentlicht. Eine Website erfordert zwar einen Online-Zugang, doch WLAN gibt es inzwischen fast überall. Ob eine solche Veröffentlichung weniger aufwendig zu produzieren ist als ein eBook, bleibt allerdings zu bezweifeln. Dafür kann eine Website auf vielen verschiedenen Geräten rezipiert werden – mit und ohne Video-, Bild- oder Audiodateien. Für diejenigen, die auch offline und mit einem festen ‚Werk‘ arbeiten möchten, habe ich ein Print-on-Demand-Version erstellt.

Cover

Das Cover für das Print-on-demand-Buch ist fertig. Danke, Vera Rammelmeyer von mischen!
Bei der Gestaltung des Covers war es wichtig, dass das Cover sowohl als Thumbnail, in einer Miniaturansicht, als auch im DIN5-Format, als Druckvorlage, gut aussieht. Deshalb wurde das Cover abstrakt gehalten und mit einer großen Schrift versehen.

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